Aufstellung Bebauungsplan "Scharnhausen West", Stadtteil Scharnhausen

Bebauungsplan „Scharnhausen West“, Gemarkung Scharnhausen / Satzung über örtliche Bauvorschriften zum Bebauungsplan „Scharnhausen West“ - Öffentliche Auslegung nach § 3 Abs. 2 BauGB (Baugesetzbuch).

Der Gemeinderat der Stadt Ostfildern hat in seiner öffentlichen Sitzung am 9.10.2019 den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Scharnhausen West“ gefasst und beschlossen, eine Satzung über örtliche Bauvorschriften zu diesem Bebauungsplan zu erlassen. Dieser Aufstellungsbeschluss wurde in der Stadtrundschau ortsüblich bekannt gemacht.

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens wurde die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB und die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Abs. 1 BauGB durchgeführt.

In öffentlicher Sitzung am 11.11.2020 hat der Gemeinderat der Stadt Ostfildern die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs mit Begründung sowie des Satzungsentwurfs über örtliche Bauvorschriften mit Begründung gemäß § 3 Abs. 2 BauGB und die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Abs. 2 BauGB beschlossen.

Die Grenzen des vorgesehenen Geltungsbereiches des Bebauungsplans sind in dem abgebildeten Kartenausschnitt dargestellt. Maßgebend ist der Lageplan des Fachbereiches 3 / Planung der Stadt Ostfildern vom 2.10.2020.

Kartenausschnitt

Der Bebauungsplanentwurf vom 2.10.2020 mit Begründung vom 2.10.2020 und der Entwurf der Satzung über örtliche Bauvorschriften vom 2.10.2020 mit Begründung vom 2.10.2020 sowie die wesentlichen, bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen werden von einschließlich 30.11.2020 bis einschließlich 8.1.2021 während der allgemeinen Sprechzeiten beim Fachbereich 3/Planung der Stadt Ostfildern im Nebengebäude des Rathauses Ruit, Otto-Vatter-Straße 14, öffentlich ausgelegt.
Der Inhalt der ortsüblichen Bekanntmachung und die auszulegenden Unterlagen können zusätzlich im Internet unter www.planung.ostfildern.de abgerufen werden und sind über das zentrale Internetportal des Landes Baden-Württemberg zugänglich.

Stellungnahmen zu dem Bebauungsplanentwurf können während der Auslegungsfrist schriftlich oder zur Niederschrift vorgebracht werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass nicht während der Auslegungsfrist abgegebene Stellungnahmen bei der Beschlussfassung über den Bebauungsplan unberücksichtigt bleiben können.

Bestandteil der ausgelegten Unterlagen sind auch die bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen.

Folgende Arten umweltbezogener Informationen sind verfügbar:

In Gutachten, Umweltbericht, spezieller artenschutzrechtlicher Prüfung und Stellungnahmen zum Bebauungsplan liegen umweltrelevante Informationen zu den folgenden Themenfeldern vor:

  • Umweltbelang Mensch im Hinblick auf Schallimmissionen, Lärmschutzmaßnahmen, Emissionen durch Bauarbeiten, Abgasemissionen und Lichtemissionen
  • Umweltbelang Boden im Hinblick auf Versiegelung und Kampfmittelverdachtsfläche
  • Umweltbelang Wasser im Hinblick auf Grundwasser, Oberflächenwasser, Versickerung und Grundwasserneubildung
  • Umweltbelang Pflanzen, Tiere und biologische Vielfalt im Hinblick auf artenschutzrelevante Aussage zu Habitaten von Pflanzen, Vögeln und Fledermäusen, Lebensraum- und Nahrungsraumverlust und Artenschutzmaßnahmen
  • Umweltbelang Klima, Luft und Klimawandel im Hinblick auf Luftschadstoffen und Kleinklima
  • Auswirkungen auf das Landschaftsbild durch geplante Bebauung
  • Umweltbelang Kulturelles Erbe im Hinblick auf kulturhistorische Siedlung- und Bauformen und archäologische Denkmäler

Weiterhin werden folgende Informationen ausgelegt:

  • Einzelhandelsgutachten
  • Baugrundgutachten
  • Vergnügungsstättenkonzept
  • Verkehrskonzept

Es wird darauf hingewiesen, dass aufgrund der Covid-19-Pandemie im Technischen Rathaus Ruit eine Pflicht zum Tragen einer einfachen Schutzmaske über Mund und Nase besteht.

Kurzfassung der Begründung

Das Plangebiet liegt auf der Gemarkung Scharnhausen, südlich der Plieninger Straße und schließt direkt an die bereits bestehenden Gewerbeflächen Scharnhausens an. Das Gelände fällt nach Südosten leicht ab und wird fast ausschließlich landwirtschaftlich genutzt. Der Geltungsbereich umfasst eine Fläche von 18,56 ha, wovon ca. 11,56 ha gewerbliche Baufläche sowie ca. 0,77 ha Sonderbaufläche darstellen.

Anlass der Aufstellung des Bebauungsplans ist der absehbare, zusätzliche Gewerbebedarf im Stadtteil Scharnhausen, der über die bereits bestehenden Gewerbeflächen hinausgeht. Ortsansässigen Gewerbebetrieben soll die Möglichkeit gegeben werden, sich zu vergrößern, was in den bisherigen Gewerbegebieten Ostfilderns nicht mehr möglich ist. Weiterhin soll die Ansiedlung größerer Gewerbebetriebe, die eine hohe Anzahl an Arbeitsplätzen auf möglichst geringer Fläche bieten, gefördert werden.

Die gewerbliche Baufläche soll deshalb um ca. 18,56 ha nach Süden erweitert werden. Eine zusammenhängende Gewerbegebietsfläche dieser Größe ist in Ostfildern an kaum einer anderen Stelle mehr möglich. Durch die räumliche Nähe zur Autobahn (A8), zur Landesmesse, zum Flughafen und zur Metropolregion Stuttgart ist das Plangebiet als Gewerbestandort besonders geeignet und sowohl bei bereits in Scharnhausen ansässigen, als auch bei externen Unternehmen, die sich in Scharnhausen ansiedeln wollen, sehr gefragt.

Auf Grund der Größe des Plangebiets ist eine interne Erschließung notwendig, die das Gewerbegebiet an die Plieninger Straße im Norden und die K1269 im Osten anschließt. Bestandteil der Erschließung wird ebenfalls ein gemeinsamer Geh- und Radweg sein, der eine Anbindung des Gebiets an das Radwegenetz ermöglicht. Um die Wirtschaftlichkeit des Gebiets zu gewährleisten und die Flächen optimal zu nutzen, wurden die quer durch das Gebiet verlaufenden oberirdischen Hauptversorgungsleitungen an den südlichen Gebietsrand verlegt und verlaufen im Bereich des Plangebiets unterirdisch. Weiterhin sind flächenintensive Logistik-, Lager- oder Transportunternehmen auf Grund des zu hohen Flächenverbrauchs nicht zulässig. Autohöfe und Rastanlagen sowie Einzelhandelsbetriebe und Vergnügungsstätten sind ebenfalls ausgeschlossen, um die Mehrbelastung der nahezu ausgelasteten Verkehrsinfrastruktur in diesem Bereich so gering wie möglich zu halten. Um auch in Zukunft auf die steigende Verkehrsbelastung zu reagieren ist der Ausbau der K1269 von zwei auf vier Spuren entlang der östlichen Gebietsgrenze geplant. Um das ÖPNV Angebot zu verbessern werden an der Plieninger Straße im Norden sowie im Gebiet zwei neue Bushaltestellen entstehen, um eine Buslinie direkt durch das Plangebiet zu führen. Eine zu hohe Flächenversieglung durch Mitarbeiterparkplätze soll durch die Errichtung eines Quartiersparkhauses vermieden werden, in dem alle baurechtlich notwendigen Stellplätze nachzuweisen sind.

Da mit der Realisierung des Gebiets der südliche und der westliche Rand der Gemarkung Ostfildern abschließend gestaltet wird, ist entlang des südlichen und westlichen Gebietsrandes auf der gesamten Länge ein Grünstreifen mit Ortsrandeingrünung vorgesehen. Am Südrand dient dieser Grünstreifen zusätzlich als Retentionsfläche für Oberflächenwasser und bietet Platz für die Verlegung der Hauptversorgungsleitungen.

Neben einem Bodenmanagement, welches den Abtrag der wertvollen landwirtschaftlichen Böden innerhalb des Gebiets zur Aufwertung minderwertigerer Böden auf Ostfilderner Gemarkung vorsieht, sind innerhalb des Geltungsbereiches umfangreiche Ausgleichs- und Minimierungsmaßnahmen geplant. Dazu gehören z.B. Baumpflanzungen und Dachbegrünung. Durch die vorgesehenen Maßnahmen wird der Eingriff komplett ausgeglichen.

Zur Verwirklichung dieser städtebaulichen Ziele und um die Standortattraktivität Scharnhausens für gewerbliche Betriebe weiterhin zu sichern und auf die große Nachfrage an Büro- und Gewerbeflächen einzugehen, ist die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich.


 

Sachbearbeiter: